Der Pfandverband warnt – und empfiehlt den Pfandkredit

01. August 2022

Ein Haustresor bietet nur eingeschränkt Schutz | Foto: iStock

Ferienzeit ist endlich auch wieder Reisezeit. Das ist schön, hat aber auch eine Kehrseite. Wie die Kriminalstatistiken zeigen, ist der Sommer leider auch Einbruchszeit. Die Einbrecher:innen finden ein leeres Haus oder Wohnung vor und sind über alle Berge, wenn die Opfer nach Tagen oder Wochen zurückkommen und den Verlust bemerken. Da bietet auch ein Haustresor nur sehr eingeschränkt Schutz.

Also was tun mit den Wertsachen, die zu Hause bleiben? Wie der Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes auf seiner Website betont, ist der Pfandkredit eine interessante Alternative zu einem Bankschließfach: kein bürokratischer Aufwand, transparente Kosten und eine sichere Verwahrung der Wertgegenstände während des Urlaubs. Der Clou dabei: der hinterlegte Gegenstand kann während der Reise beliehen werden, so dass ganz schnell ein paar Hundert Euro mehr in der Reisekasse sind.

Tipp: Lagern Sie Ihren Schmuck, wertvolle Uhren und Gold rechtzeitig vor Urlaubsantritt beim Leihamt ein!

Wie ein Pfandkredit im Einzelnen funktioniert und welche Wertsachen wir für Sie deponieren, können Sie hier nachlesen.

Schützen Sie sich und Ihre Werte. Für ein gutes Gefühl im Urlaub und danach.

Autor: Stephan Kirchner

Die Menschen im Leihamt: Peter Lapré, Prokurist und kaufmännischer Leiter

13. Juli 2022

Peter Lapré, Prokurist und kaufmännischer Leiter im Leihamt Mannheim | Foto: Axel Heiter

Ist das, was in den Finanzbüchern des Leihamts steht, korrekt? Unbedingt! Denn das sicherzustellen ist der Job von Peter Lapré. Der „Herr der Zahlen“ weiß über jeden Cent Bescheid, der in unser Leihamt reinkommt und es wieder verlässt. Die Faszination für alles Rechnerische ist dem 15-Jährigen anscheinend in die Wiege gelegt worden.

Moment mal: 15-Jähriger? „Das ist so schon korrekt“, schmunzelt Lapré. Denn geboren wurde er am Rosenmontag des Jahres 1960. Das war ein Schaltjahr, in dem der karnevalistische Wochenanfang auf den 29. Februar fiel. Somit feiert der eigentlich 60-Jährige streng genommen nur alle vier Jahre Geburtstag. Dann aber bestimmt umso freudiger.

Zum Leihamt kam der gelernte Steuerfachgehilfe, studierte Betriebswirt und IHK-geprüfte Bilanzbuchhalter bereits 2006. Damals verpfändeten die Menschen viel Elektronik. Die Regale des Leihamts waren prall gefüllt mit Video- und DVD-Rekordern sowie DVD-Sammlungen. Heute sind Pfänder größtenteils Schmuck, Juwelierware und Gold. 

 

Das Leihamt ist eine Anstalt öffentlichen Rechts

Unser Leihamt wurde 1809 gegründet und ist das letzte kommunale Pfandhaus in der gesamten Bundesrepublik. Juristisch betrachtet ist es eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Als Prokurist vertritt Lapré unseren Geschäftsführer Jürgen Rackwitz, wenn dieser im Urlaub oder verhindert ist, und hat damit weitreichende Entscheidungsbefugnisse. Als kaufmännischer Leiter wiederum erstellt und kontrolliert Lapré den Wirtschaftsplan. Und der hat vor allem ein Ziel: das Geschäftsjahr mit einem Plus zu beenden. Denn die Überschüsse dessen, was das Leihamt in erster Linie mit Pfandkrediten sowie dem An- und Verkauf von Gold und Silber erwirtschaftet, fließen dem Sozialhaushalt der Stadt Mannheim zu.

 

Mit dem Pfandkredit inflationsbedingte Liquiditätsengpässe abfedern

Damit das auch in Zukunft funktioniert, muss das Zahlenwerk also solide sein. Und genau das im Auge zu behalten ist die Aufgabe von Lapré. Er muss die Zahlen im Griff haben, damit unser über 200 Jahre altes Leihamt auch künftig noch Pfandkredite vergeben kann. Und das ist wichtig, denn Lapré glaubt: „Mit der hohen Inflation und den steigenden Nebenkosten werden mehr und mehr Menschen den Weg zu uns finden.“ Rentner:innen beispielsweise, die ein Armband oder eine Uhr beleihen, um offene Rechnungen sofort begleichen zu können und damit bei der Bank nicht in den Miesen stehen zu müssen.

Diesen gesellschaftlichen Zweck mit dem gesamten Kollegium zu erfüllen, erfüllt den gebürtigen Westpfälzer mit Stolz: „Wenn ich abends nach Hause gehe, weiß ich, dass meine Arbeit dazu beigetragen hat, Menschen aus einer finanziellen Klemme zu helfen.“

 

Autorin: Stefanie Badung

Nach 42 Jahren beim Leihamt: Kurt Thomaschek geht in den wohlverdienten Ruhestand

28. April 2022

Kurt Thomaschek, Betriebsleiter im Leihamt in Mannheim | Foto: privat

Als Kurt Thomaschek bei uns anfing, trug man Vokuhila, Wollstulpen und Karottenjeans. Wer damals, im Mai 1980, schnell Geld durch einen Pfandkredit brauchte, brachte Teppiche, Lederjacken, Gemälde oder Pelze ins Leihamt. 42 Jahre später haben sich zwar die Pfänder geändert, die Menschen aber nicht. Einige davon dürften Thomaschek bald vermissen. Denn nach 42 Jahren geht unser dienstältester Kollege Ende April in den wohlverdienten Ruhestand.

Auch heute noch sind die Gründe, warum Menschen einen finanziellen Engpass durch einen Pfandkredit im Leihamt überbrücken wollen, die gleichen. Und auch heute noch sind die Summen, die die Menschen brauchen, sehr unterschiedlich. „In der einen Stunde kommt eine Oma, die ihrem Enkel mit 10 Euro eine Freude machen will. In der nächsten Stunde kommt ein älteres Ehepaar, das 10.000 Euro braucht, um das Bad barrierefrei zu gestalten“, sagt Thomaschek.

Bei uns im Leihamt fing er an, nachdem er als 18-Jähriger seine Ausbildung als Verwaltungsangestellter bei der Stadt Mannheim abgeschlossen hatte. Denn hier tat sich unerwartet eine Chance als Schätzer auf. Der Funke für das neue Metier sprang sofort über. „Perlenkurs, Farbsteinkurs, Diamantgutachterkurs – ich habe keine Schulung ausgelassen, um mich fit zu machen“, erzählt der 63-Jährige begeistert. Nicht selten wanderten seinerzeit Hunderte von Videorekordern, analogen Kameras, fein geknüpften Seidenteppichen, Nerzen und großen Farbfernsehern jährlich in das Lagerhaus. Bald platzte es aus allen Nähten, so dass unser Leihamt im Juni 1990 in das jetzige Jugendstilgebäude in D 4 umzog. Damals wie heute wissen unsere Schätzer:innen nie, welche Wertgegenstände und welche Menschen der Tag an ihre Schalter bringt. Und genau diese Abwechslung und Spannung liebt Thomaschek an seiner Arbeit bis heute.

 

Pfandkredit sicherte Liquidität für Dachdecker

Ob es eine ungewöhnliche Beratung in den 42 Dienstjahren gab, die ihm im Gedächtnis geblieben ist? „Nach einem Orkan waren in der gesamten Region Rhein-Neckar etliche Dächer abgedeckt“, erzählt er. Goldene Zeiten für Dachdecker:innen, möchte man meinen. Nur auf den ersten Blick, denn: „Tatsächlich vergehen viele Monate, bis die Firmen ihr Geld sehen. Denn zuerst müssen sie die Ziegel oder Dachsteine als Material einkaufen. Dann wird das Haus gedeckt und das Personal bezahlt. Das Geld aus der Hausversicherung der Kundschaft kommt erst Monate später.“ Der Dachdecker hatte bei seiner Bank den Kreditrahmen bereits ausgeschöpft und hätte keine weiteren Aufträge annehmen können. Unser Kollege jedoch konnte ihm durch einen Pfandkredit schnell und unbürokratisch aus der Bredouille helfen.

So wurden über die Jahrzehnte für Thomaschek viele Kund:innen zu vertrauten Gesichtern – darunter auch Menschen aus Freiburg, Karlsruhe oder Köln. Warum sie die lange Wegstrecke gern in Kauf nahmen? „Das Vertrauen, das unser Leihamt als einziges kommunales Pfandhaus in ganz Deutschland genießt, ist einzigartig“, meint Thomaschek. Denn die Kolleg:innen werden nicht nach Provision bezahlt, sondern können unabhängig die Kundschaft beraten. Ein Beispiel: Es zahlt sich unmittelbar aus, den Pfandkredit stückchenweise zu tilgen. Denn wenn bei einem Pfandkredit in Höhe von 500 Euro monatlich 50 Euro getilgt werden, sinken automatisch und sofort auch die fälligen Zinsen und Gebühren. Die Kundschaft spart also bares Geld. Genau dieses Feingefühl macht die Beratung im Leihamt fair und Menschen wie Kurt Thomaschek zu im wahrsten Sinne des Wortes „geschätzten“ Ansprechpartner:innen.

 

Autorin: Stefanie Badung

 

Die Menschen im Leihamt: Sabine Seitz, Assistentin der Geschäftsführung

25. Februar 2022

Sabine Seitz, Assistentin der Geschäftsleitung im Leihamt in Mannheim | Foto: Axel Heiter

Hand in Hand arbeitet Sabine Seitz mit den Pfandkredit-Expert:innen des Leihamts zusammen. Sobald diese ein Pfand auf seinen Wert taxiert haben und den Pfandvertrag mit der Kundschaft abgeschlossen ist, zahlt sie an der Kasse das Pfanddarlehen aus.

Zum Leihamt kam die gelernte Friseurin wie die Jungfrau zum Kinde. Ob ein Job als Aushilfe beim Leihamt nichts für sie wäre, fragte Betriebsleiter Kurt Thomaschek die gebürtige Mannheimerin einst vor 22 Jahren. Offen und experimentierfreudig, so wie es ihrem Naturell entspricht, sagte Seitz prompt zu. Und wurde schon nach kurzer Zeit als Festangestellte in Teilzeit übernommen. Seitdem arbeitet sie im prächtigen Jugendstilgebäude in D 4 – „schönster Arbeitsplatz Mannheims!“ – entweder hinter den Kulissen als Assistentin der Geschäftsführung oder an vorderster Linie: der Kasse.

 

Bargeld oder EC-Zahlung?

Und genau hier laufen alle finanziellen Fäden zusammen. An der Kasse können die Leihamt-Kund:innen ihre Pfandkredite verlängern. Sie können hier ihre Pfänder auslösen, also den Pfandkredit zzgl. der aufgelaufenen Zinsen und Gebühren tilgen. Sie bezahlen die Gold-/Silbermünzen oder Gold-/Silberbarren, die sie beim Leihamt erwerben. Oder sie kassieren das Geld für Gold und Silber, das sie im Leihamt verkaufen. Alle Transaktionen passieren entweder mit Bargeld oder bargeldlos über eine EC-Karte.

 

Wer kommt ins Leihamt?

Aber wen trifft die sympathische 59-Jährige eigentlich täglich an der Kasse des Leihamts? „Unsere Kundschaft ist bunt gemischt“, sagt sie. Da gibt es die Omis und Opis, die kurzfristig Geld brauchen, um ihre Stromrechnung zu bezahlen. Die Gastronom:innen, die sich mit einem Pfandkredit in Covid-Zeiten über Wasser halten. Die Musiker:innen, denen das Coronavirus ihre Auftritte und damit ihre Gagen geraubt hat. Die Schausteller:innen, die in der einkommenslosen Pandemie ihre Tiere füttern müssen. Oder aber Geschäftsleute, die eine Immobilie zwischenfinanzieren müssen.

 

Pfandkredit peu à peu tilgen

Seitz hat ein feines Gespür für Menschen. Beispiel: Eigentlich soll lediglich ein Pfand verlängern werden. Dann bemerkt sie jedoch, dass die Kundschaft eigentlich noch mehr Geld zahlen könnte als das, was die Verlängerung kostet. Dann reagiert sie und bietet eine Teilabzahlung des Pfandkredits an. Wie bei einem Annuitätendarlehen greift dann nämlich ein besonderer Tilgungseffekt. Durch die Verringerung der Kreditsumme reduzieren sich auch die Gebühren und Zinsen, die auf die Summe fällig werden. Viele Kund:innen haben das so nicht auf dem Schirm und sind Seitz sehr dankbar. „Kürzlich kam eine Kundin nach dem Besuch an der Kasse mit einer Schachtel Pralinen zurück.“

 

Vertrauen in kommunales Amt

Es ist genau dieses offene Geschäftsgebaren, das Vertrauen bei Menschen schafft. Sie fühlen: Hier werde ich nicht übers Ohr gehauen. Hinzu kommt: Das Leihamt ist ein kommunales Pfandhaus – das einzige seiner Art in ganz Deutschland. Wenn die Mitarbeiterin des Leihamts abends nach Hause geht, hat sie ein gutes Gefühl. Denn auch an diesem Tag konnte sie Dutzenden von Menschen helfen, die einen finanziellen Engpass überbrücken müssen.

 

Autorin: Stefanie Badung

Wir gratulieren: Unser Pfandkredit-Experte ist Goldschmiedemeister!

10. Februar 2022

Frisch gebackener Goldschmiedemeister und Pfandkredit-Experte: Anton Meinzer, Schätzer im Leihamt in Mannheim | Fotos: Anton Meinzer persönlich

Hinter ihm liegen 14 Monate harter Arbeit. Jetzt aber ist Zeit zum Feiern. Denn unser Pfandkredit-Experte Anton Meinzer hat seine Prüfung zum Goldschmiedemeister bestanden. Wir gratulieren!

Die Faszination für Gold packte unseren Kollegen schon in sehr jungen Jahren. Bereits in der 7. Klasse beim Goldschmiede-Praktikum wusste er plötzlich: „Das ist es!“ Heute wandern täglich viele Unzen Gold und Silber, die in unserem Leihamt beliehen oder verkauft werden, durch seine Hände. Denn hier, im einzigen kommunalen Pfandhaus Deutschlands, arbeitet Meinzer seit fast zehn Jahren als Schätzer.

2020 hat er sich auf den Weg zum Goldschmiedemeister gemacht, und zwar mit Unterstützung unseres Chefs Jürgen Rackwitz. Die Ausbildung an Handwerkskammer Koblenz und der HWK Mannheim absolvierte er teilweise berufsbegleitend und im Endspurt in Vollzeit. Der Lehrplan hat es nämlich in sich: Neben Materialkunde, Gemmologie (Wissenschaft von den Edelsteinen), Restaurierung und Stilkunde standen auch Betriebswirtschaft, Bilanzrechnen, Arbeitssicherheit und Betriebsführung auf dem Programm.

 

Wertvolles Gold für Luxus-Armband

Die wahre Nagelprobe war die Abschlussarbeit, an der Meinzer fast 108 Stunden gefräst, gefeilt, poliert und geschraubt hat. Als Material wählte er orange schimmernde Edelsteine namens Citrine in sogenannter Navette-Form (französisch für Schiffchen). Ihre charakteristische Gestalt bestimmte die weitere Verarbeitung zu einem luxuriösen Armband mit wertvollem 750er Gelbgold.

Das Meisterstück von Goldschmiedemeister Meinzers am Arm eines Models

Das Gold-Schmuckstück besticht nicht nur durch seine gediegene Form, sondern auch durch seine fragile Verarbeitung. So stecken viele ausgeklügelte Details im massiven Verschluss: Er ist mit feiner Feder und Schiene konstruiert. Hier war Arbeiten auf engstem Raum gefragt – genau das Richtige für einen Meister. Alleine eine Woche saß der 31-Jährige an der Umsetzung des Verschlusses. Die wahre Kunst beim Goldschmiedehandwerk ist es nämlich, das Raffinierte einfach aussehen zu lassen.

Und was steht jetzt an, wo unser Kollege den Goldschmiedemeister in der Tasche hat? Zum einen berät er Sie weiterhin kompetent, freundlich und fair dabei, Ihre Wertgegenstände in einen Pfandkredit zu verwandeln. Zum anderen freut er sich darauf, die Digitalisierung und die Social-Media-Aktivitäten des Leihamts weiter voranzutreiben.

 

Autorin: Stefanie Badung

Pfandkredit – der Geheimtipp der Gründerszene

19. Januar 2022

Ein Pfandkredit kann ein gutes Tool in der Gründungsphase sein | Foto: Monkey Business, stock.adobe.com

Wer gründet, braucht Kapital. Was sich wie eine Binsenweisheit anhört, ist für viele Gründungswillige mitunter ein echtes Problem. 

331.000 Existenzgründungen gab es laut Institut für Mittelstandsforschung im Jahr 2020 in der Bundesrepublik. Diese Zahl stieg im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere 4,3 %, so das Institut, das im April endgültige Daten für das vergangene Jahr vorlegen will. Nicht alle dieser Gründungen konnten durch ein ausreichendes Eigenkapital finanziert werden. Das Dilemma: Am Anfang stehen hohen Investitionen nur geringe Umsätze und häufig kein Gewinn gegenüber. Wer da keinen langen Atem in Form von Rücklagen hat, kommt schnell in eine Schieflage.

Viele der Gründerinnen und Gründer gehen in dieser Situation zu ihrer Hausbank. Eigentlich kein schlechter Schritt, aber die Bank verlangt natürlich eine entsprechende Bonität, bevor sie einen Kredit vergibt. Das heißt viel Papierkram, lange Prüfungszeiten und immer auch die Gefahr einer abschlägigen Antwort, denn Start-ups haben häufig noch keine Sicherheiten vorzuweisen.

So ist es kein Wunder, dass sich in den letzten Jahren der Pfandkredit in der Gründerszene zu einer Art Geheimtipp entwickelt hat, und das aus mehreren Gründen:

Reine Sachhaftung. Im Gegensatz zum Bankkredit haftet nicht die Person, sondern das Pfand. Der Wertgegenstand wird zur geforderten Sicherheit, eine Verschuldung ist somit ausgeschlossen. Schön, wenn man den Traum von der Selbstständigkeit nicht gleich mit Schulden beginnen muss.

Keine SCHUFA. Wenn die Sache haftet, ist natürlich auch keine Bonitätsprüfung in Form einer SCHUFA-Abfrage notwendig. Ebenso wenig erfolgt ein SCHUFA-Eintrag bei der Vergabe eines Pfandkredits. Das ist wichtig für Start-ups, die mehrere Kredite benötigen, da ihnen mit einem Pfandkredit nicht der Weg zu einem zusätzlichen Bankkredit erschwert wird.

Keine Vorfälligkeitsentschädigung. Entgegen mancher Meinung freut sich die Bank nicht unbedingt über eine vorzeitige Tilgung, denn sie erleidet dabei oft einen Margenschaden, den sie an ihre Kundschaft in Form einer so genannten Vorfälligkeitsentschädigung weitergibt. Da ein Pfandkredit nicht fristenkongruent gegenfinanziert wird, ist eine solche Entschädigung hier ausgeschlossen. Das heißt konkret: Läuft das Geschäft besser als erwartet, entstehen keine zusätzlichen Kosten durch einen laufenden Kredit, den man eigentlich nicht mehr braucht.

Transparente Kosten. Das Leihamt Mannheim hat eine übersichtliche Zins- und Gebührenstruktur. Ab Pfandkrediten in Höhe von 10.000 € und beim Vario-Pfand fallen keine Zinsen mehr an. Unsere vollständige Entgeltordnung können Sie sich hier als PDF ansehen.

Fazit: Wer heute ans Gründen denkt und sich mit der Finanzierung schwertut, sollte einen Blick auf mögliche Wertgegenstände in seinem Besitz werfen: Gold, Schmuck, Uhren und vieles mehr stehen auf der Liste beleihbarer Gegenstände. Im Zweifelsfall einfach mal im Leihamt vorbeikommen und ein mögliches Pfand mitbringen: Wertbestimmung und Darlehensangebot sind kostenlos.

 

Autor: Stephan Kirchner

Das Leihamt klärt auf: Pfandkredit bietet finanzielle Überbrückung ohne neue Schulden

14. Dezember 2021

Ein Pfandkredit schützt Unternehmer:innen vor Verschuldung | Foto: Pressmaster (shutterstock)

Wenn das Vermögen nicht mehr ausreicht, um Schulden und andere Verbindlichkeiten zu bezahlen, spricht man von Überschuldung. Ein beängstigender Zustand, den Unternehmer:innen verhindern wollen. Ein Mannheimer Handwerksmeister berichtet, weshalb er für eine wichtige Investition in seinen Betrieb auf einen Pfandkredit setzt.

Volker S. (Name geändert *) teilt das Schicksal vieler selbstständiger Handwerksmeister, als wir ihn im Leihamt kennenlernen. Gerade ist einer seiner Kunden in die Insolvenz gegangen. Ob dessen Rechnung noch bezahlt wird? Völlig offen.

Die eigenen finanziellen Verbindlichkeiten kann Volker S. trotz dieses Zahlungsausfalls bedienen. “Ein Bankkredit für den neuen Showroom, ein Leasingvertrag für neue Firmenfahrzeuge und die nächste Steuervorauszahlung”, zählt der Geschäftsführer die drängendsten Belastungen auf. “Jetzt steht bei uns ein wichtiges Projekt in den Startlöchern”, fährt er fort. “Aber dafür muss ich noch die notwendigen Materialien aus eigenen Mitteln beschaffen.” Was der Chef eines 15-köpfigen Teams braucht, ist eine kurzfristige finanzielle Überbrückung, ohne der Gefahr einer Überschuldung ausgesetzt zu sein.

 

Pfandkredit ist schnell und unbürokratisch

“Meine Frau hatte die Idee, bei euch einen Pfandkredit anstatt eines weiteren Bankkredits aufzunehmen. Sie hatte in der Zeitung über diese doch recht einfache Möglichkeit gelesen, rasch an Geld zu kommen”, erzählt Volker S. unserer ausgebildeten Schätzerin. Als er ihr seine Rolex Submariner zur Wertbeurteilung übergibt, fügt er hinzu: “In vier Monaten bin ich finanziell aus dem Gröbsten heraus und möchte die Uhr wieder auslösen.”

Selbst wenn es ihm nicht gelingt, die Darlehenssumme binnen dieser Frist zu begleichen, muss sich der Betriebsinhaber keine Sorgen machen. Er kann verlängern. Oder seine Rolex wird versteigert. Erzielt die Luxusuhr dabei eine Summe, die seine Verbindlichkeiten beim Leihamt übersteigt, steht ihm sogar der sogenannte Mehrerlös zu.

 

Die Vorteile eines Pfandkredits gegenüber dem Bankkredit

„Die Frau des Handwerksmeisters lag auf ganzer Linie richtig“, sagt der Geschäftsführer des Leihamts, Jürgen Rackwitz. „Ein Pfandkredit ist für Unternehmer wie Volker S. optimal, um eine Verschuldung zu vermeiden. Denn im Gegensatz zum Bankkredit haftet beim Pfandkredit nicht der Unternehmer oder die Unternehmerin, sondern ausschließlich das Pfand. Wir nennen das Sachhaftung.“

Ein Pfandkredit hat gegenüber dem Bankkredit noch andere Vorteile: Von der Prüfung des Pfands bis zur Auszahlung oder Überweisung der Darlehenssumme vergehen in der Regel wenige Minuten. Darüber hinaus wird der Pfandkredit nicht bei der Schufa vermeldet und beeinflusst somit nicht die Kreditwürdigkeit der Pfandnehmer:innen.

 

(*) Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Menschen sind rein zufällig. Zur Wahrung der Anonymität unserer Kund:innen, dem Datenschutz und der allgemeinen Vertraulichkeit gegenüber den Personen und Firmen, haben wir deren Namen frei erfunden.

Das Leihamt klärt auf: Keine Verschuldung beim Pfandkredit

30. November 2021

Maßgeschneidertes Tool gegen Überschuldung: ein Pfandkredit | Foto: funky-data, istockphoto

Wenn das Vermögen nicht mehr ausreicht, um Schulden und andere Verbindlichkeiten zu bezahlen, spricht man von Überschuldung. Ein Szenario, das vielen Unternehmer:innen den Schlaf raubt. Wir sprachen mit Gründerin Elif A. darüber, warum ein Pfandkredit davor bewahrt und wofür sie ihren Goldschmuck eingesetzt hat.

Elif A. (Name geändert *) berichtete bei ihrem Besuch im Leihamt, dass sie die Kosten für die Gründung ihrer gut gestarteten Schneiderei durch einen Kredit finanziert hatte, den sie seither zuverlässig bedient.

Doch jetzt beschäftigte die 30-jährige Unternehmerin eine neue, recht kurzfristige Idee. Zum Jahresende wollte sie ihrer Kundschaft handgenähte Adventskalender anbieten. Das Interesse daran sei groß: “Auf meinem Insta-Kanal überschlagen sich die Follower:innen vor Begeisterung”, erzählte sie uns begeistert.

 

Kurzfriger Geldbedarf für eine Investition

Doch sie benötigte zur Realisierung noch 5.000 Euro für den Kauf der Stoffe – ohne einen weiteren Bankkredit aufzunehmen. Die Schneiderin denkt in diesem Punkt wie viele Unternehmer:innen: “Ich wollte nur meine Nähmaschine rattern lassen und hatte keine Lust darauf, erneut ellenlange Formulare auszufüllen. Außerdem durfte ich das Überschuldungsrisiko nicht übersehen. Ich hatte ja außer den positiven Comments keine Garantie, dass die Kalender wirklich zünden würden.”

Den entscheidenden Tipp, sich an das Leihamt zu wenden, erhielt die selbstständige Geschäftsfrau gerade noch rechtzeitig: “Mir blieben nur wenige Wochen bis zur Weihnachtssaison, als mich eine Freundin auf das Thema Pfandkredit aufmerksam machte. An so etwas hatte ich bis dahin überhaupt nicht gedacht”. Sie brachte uns also ihren Goldschmuck und ließ ihn schätzen. Der ermittelte Wert passte, so dass sie den Schmuck für vier Monate verpfändete – genau die benötigte Zeit zur finanziellen Überbrückung! Elif A. löste ihren Schmuck schon im ersten Quartal des folgenden Jahres wieder aus.

 

Was unterscheidet den Pfandkredit vom Bankkredit?

“Bevor ich den Pfandkredit bei euch in Anspruch nahm, stand ich echt vor einem Dilemma”, blickt sie zurück. “Mich hat dann aber völlig überrascht, wie schnell und unbürokratisch ich an das notwendige Geld kam”.

Vor allem musste die Inhaberin so auch keine neuen Schulden machen. Denn im Gegensatz zum Bankkredit haftet beim Pfandkredit nicht der Mensch, sondern ausschließlich das Pfand. Sachhaftung nennen wir das. Deshalb wird ein Pfandkredit auch nicht bei der Schufa gemeldet. Und es werden keine Erkundigungen über die Bonität der Kundschaft dort eingezogen. Mit einem Pfandkredit verschulden sich Unternehmer:innen also nicht.

 

(*) Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Menschen sind rein zufällig. Zur Wahrung der Anonymität unserer Kund:innen, dem Datenschutz und der allgemeinen Vertraulichkeit gegenüber den Personen und Firmen, haben wir deren Namen frei erfunden.

Die Menschen im Leihamt: Anton Meinzer, Experte für Gold und Silber

24. November 2021

Anton Meinzer, Experte für Gold und Silber beim Leihamt in Mannheim | Foto: Axel Heiter

Den Beruf des Pfandleihers hatte Anton Meinzer zu keiner Zeit auf dem Schirm. Und trotzdem spürt er jeden Morgen, wenn er seinen Dienst im Leihamt Mannheim antritt: „Das ist genau das, was ich machen möchte! Und genau an dem Ort, an dem ich es machen möchte!“ 

Im März 2022 wird Anton Meinzer zehn Jahre am Schalter des Leihamts Tausende von Kund:innen bedient, Tausende von Wertgegenständen taxiert sowie Tausende von Kilogramm Gold angekauft und verkauft haben. Als der gelernte Goldschmied 2012 im Vorstellungsgespräch gefragt wurde, wie er in Krisen reagiere, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Ich komme gerade von einer dreimonatigen Solo-Südamerika-Reise zurück. Weder bei der Überquerung eines Gletschers in den Anden noch bei der Arbeit mit Kindern in der Favela oder Wanderungen durch die Wälder von Feuerland wurde mir ein Haar gekrümmt. Wenn ich eins bin, dann nervenstark.“

Hinzu kommt: Die Menschen, die bei einem finanziellen Engpass Hilfe im Leihamt suchen, fassen blitzschnell Vertrauen zu dem 31-Jährigen. Mit offenem Blick und Engelsgeduld nimmt er sich Zeit für alle, die den Weg in das prächtige Jugendstilgebäude in D4 gefunden haben. Dass er im einzigen kommunalen Pfandhaus Deutschlands nicht unter Verkaufsdruck steht, schätzt Meinzer sehr: „Ob jemand ein Pfand mit 100 oder 10.000 Euro beleiht, spielt hier keine Rolle.“ Alle bekommen die gleiche Aufmerksamkeit, die gleiche Wertschätzung und den gleichen Respekt. Aus Erfahrung weiß er, dass fast nichts so subjektiv ist wie die Geldsumme, die jemand in einer Notlage benötigt. Der Erste braucht am Monatsende 30 Euro zum Essen, die Nächsten brauchen 500 Euro zur Autoreparatur und die Dritte braucht 8.000 Euro zur Begleichung ihrer Steuerschuld. Dass die Menschen an ihren Schätzen hängen, weiß Meinzer. Denn 93 Prozent der Pfänder gehen nicht in die Versteigerung, sondern werden vorher von ihren Besitzer:innen wieder ausgelöst.

 

Experte für An- und Verkauf von Gold und Silber

Wer wann mit welchen Kostbarkeiten ins Leihamt kommt, weiß der Goldschmied und Diamantgutacher nie. Womöglich liebt er deshalb so die Abwechslung und Vielfalt seines beruflichen Alltags. Dabei ist der Pfandkredit, also das Prüfen, Bewerten und Beleihen von Armband- und Taschenuhren, Porzellan, Markenwerkzeug, Musikinstrumenten und Fahrrädern, die eine Seite der Medaille. Die andere ist der Edelmetallhandel, den Meinzer mit seinem Kollegen Marek Brach im Leihamt aufgebaut hat. Täglich kaufen die beiden Experten Gold und Silber – durchschnittlich 5 bis 15 Kilogramm pro Monat.

Dabei kommen die geprüften und nach aktuellem Gold- und Silberpreis taxierten Stücke – zum Beispiel Goldmünzen, Goldmedaillen, Bruchgold, Zahngold, Altgold oder Goldschmuck jeglicher Art – im nächsten Schritt in die Scheideanstalt. Dort werden Verunreinigungen entfernt und das reine Edelmetall in Barren gegossen. Aber auch, wer bankhandelsfähige Goldmünzen und Goldbarren in einem seriösen Rahmen und zu attraktiven Konditionen kaufen möchte, ist bei Meinzer bestens aufgehoben.

 

Vorwärts denkender Mensch

Anton Meinzer ist ein Mensch, der im Leben immer vorwärts denkt. Deshalb hat er sich 2020 auf den mühsamen Weg zum Goldschmiedemeister begeben. Diese Ausbildung absolviert er berufsbegleitend und mit viel Elan. Darüber hinaus unterstützt er die Digitalisierung, die das Leihamt auf noch effizientere Beine stellen wird. Und wenn er dann doch mal ein Stündchen Ruhe hat? Was tut er zur Entspannung? „Dann mähe ich den Rasen“, schmunzelt er, und das nimmt man ihm auch sofort ab.

 

Autorin: Stefanie Badung

Das Leihamt klärt auf: Finger weg von Autobahngold!

15. Oktober 2021

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Für das meist aus poliertem Messing bestehende Autobahngold trifft das hundertprozentig zu | Foto: Axel Heiter

An der Autobahnraststätte spricht sie eine tränenüberströmte Frau an. Sie sei mit ihrer Familie auf dem Weg zu einer Beerdigung. Aber nun sei der Tank leer und sie seien gestrandet. Ob Sie wohl mit 100 Euro Cash helfen könnten? Nicht umsonst! Als Pfand oder Tausch würden Sie ein prächtiges Goldarmband erhalten. Die Echtheit des geliebten Familien-Erbstücks würde durch Stempel bewiesen. Warum Sie auf dieses scheinbar verlockende Angebot besser nicht eingehen sollten? Die Expert:innen im Leihamt sagen es Ihnen!

Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein, bisweilen sogar mehrere Opfer der sogenannten Autobahngold-Betrugsmasche den Weg ins Leihamt finden. Den ausgebildeten Schätzer:innen im Leihamt genügt ein Blick, um festzustellen: Die vermeintlich luxuriösen Ringe, Ketten oder Armbänder sind aus gestempeltem Fake-Gold und nichts wert! Entsetzt erfahren die Betroffenen, dass die so sympathische Begegnung in Wahrheit ein Trickbetrug war. Sie sind Gauner:innen aufgesessen, die ihre Krokodilstränen eiskalt eingesetzt haben, um ihnen Bargeld aus der Tasche zu ziehen. Ihr Mitleid oder die Gewissheit, ein Schnäppchen zu machen, wurde gnadenlos ausgenutzt.

Der Schwindel mit dem Autobahngold wird, wie der Name bereits sagt, vor allem auf Raststätten oder Parkplätzen entlang der Autobahnen betrieben. Regelmäßig warnt die Polizei davor. Die Geschichten ähneln sich. Manchmal wird eine Panne vorgetäuscht, manchmal ist der Sprit alle. Stets wird glaubhaft und höflich eine Notsituation vorgetäuscht, die nur mit Bargeld zu lösen ist. Bargeld, das die Opfer im Glauben an eine spätere Rückzahlung oder einen lohnenden Tausch geben und das bereits in diesem Moment futsch ist.

 

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Ein abgewandelter Autobahngold-Trickbetrug scheint derzeit in Mannheim zu grassieren. Das Team im Leihamt merkt dies am vermehrten Zulauf von Menschen, die gefälschten Schmuck zum Schalter bringen. Hier geht die Geschichte so: Während Sie an einer Haltestelle, einem Parkplatz oder vor einem Laden stehen, bückt sich jemand, „findet“ angeblich einen Goldring und fragt Sie höflich: „Haben Sie den eben verloren?“ Wenn Sie verneinen, bietet ihr Gegenüber Ihnen den vermeintlich soeben entdeckten Schmuck an. Immer im Tausch gegen Bargeld, beispielsweise zum Essen.

Auch hier spulen die Trickbetrüger:innen sehr glaubhaft ihre Masche herunter, wie Tobias Rackstraw, Schätzer im Leihamt, am eigenen Leib feststellen konnte. Im Leihamt sieht er die mit „Bling-Bling“ gefüllten Autobahngold-Kisten jeden Tag. Doch was ist mit dem Stempel, der doch die Echtheit des angebotenen Schmuckstücks bestätigen soll? „Für Laien ist es so gut wie unmöglich, die gefälschten Stempel zu erkennen“, sagt der gelernte Goldschmied. Während bei Echt-Schmuck die Stempel punziert, also in das Gold oder Silber eingetrieben sind, sind sie bei Autobahngold in das Metall eingegossen. Sein Rat? „Ganz einfach: Wer sich gut auskennt mit Gold, wird niemals Gold auf der Straße kaufen. Und bei allen anderen sollten die Alarmglocken schrillen, wenn ihnen Gold außerhalb eines seriösen Verkaufsrahmens wie zum Beispiel eines Juweliergeschäfts, eines zertifizierten Handelsshops oder auch des Leihamts angeboten wird.“
 
Übrigens: Garantiert echter Gold- oder Silberschmuck ist auch im Leihamt käuflich zu erwerben – zum Beispiel bei der nächsten Versteigerung am 20. Oktober 2021.